Vorsorge und Früherkennung: Hautkrebs

05. Juli 2021

Der Sommer ist da! Endlich können wir wieder Zeit im Freien genießen! Schnell vergessen ist dabei die Gefahr, sich die empfindliche Haut mit UV-Strahlen zu schädigen. Ein Sonnenbrand erhöht jedoch das Hautkrebsrisiko.

Doch nicht nur Menschen, die häufig Sonnenbrand haben oder viel Zeit in der Sonne verbringen, weisen ein erhöhtes Hautkrebsrisiko auf. Seit einigen Jahren steigt die Häufigkeit von Hautkrebs kontinuierlich an. In der Bundesrepublik haben sich die Fälle von Hautkrebs seit den 1970er Jahren verfünffacht. Ein großer Anstieg war besonders im Jahr 2008 zu beobachten – eine Folge der neu eingeführten Hautkrebsscreenings. Diese ermöglichen eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung und bessere Behandlungschancen. Denn grundsätzlich gilt: Je früher der Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Im Gespräch mit unserem Experten Dr. med. Volker Kingreen konnten wir die drängendsten Fragen für Sie klären.

 

Gehöre ich zur Risikogruppe? Und ab wann sollte ich zur Hautkrebsvorsorge gehen?

Nicht alle Menschen sind gleichermaßen von einer Hautkrebserkrankung gefährdet. Bestimmte Risikogruppen sollten besonders auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten und regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Dazu gehören unter anderem Personen, die eher Sonnenbrand bekommen, als braun zu werden, Menschen mit einem generell eher hellen Hauttyp, auffälligen oder angeborenen Muttermalen oder Personen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen müssen (darunter versteht man Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, was z.B. nach Transplantationen verschrieben wird). Ebenso sollten Personen mit Hautkrebs in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte sowie Menschen, die viel Zeit in der Sonne verbringen (müssen), besondere Vorsicht walten lassen.

Auch die Menge der Muttermale spielt eine Rolle beim Hautkrebsrisiko: Menschen mit 50 und mehr Muttermalen scheinen besonders gefährdet zu sein und sollten die Hautkrebsvorsorge mindestens jährlich durchführen.

Wird Hautkrebsvorsorge von der Krankenkasse bezahlt?

Grundsätzlich gilt: Alle gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre den gesetzlich geregelten Anspruch auf eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung. Manche Krankenkassen bieten diese Möglichkeit sogar häufiger und bereits für jüngere Patientinnen und Patienten an, bei den meisten Kassen ab dem 20. Geburtstag. Informieren Sie sich daher gern bei Ihrer Krankenkasse, welche Regelungen für Sie gelten.

Was kostet Hautkrebsvorsorge beim Hautarzt?

Das Hautkrebs-Screening kann beim Hausarzt und beim Hautfacharzt durchgeführt werden und ist kostenfrei. Bei unklaren Befunden wird der Hautarzt Ihnen ggf. eine Video-Auflichtmikroskopie anbieten – als Selbstzahlerleistung.

Was passiert bei einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung?

Das Ziel eines Hautkrebs-Screenings ist es, Hautkrebs möglichst früh zu erkennen. Die Untersuchung selbst dauert dabei nur wenige Minuten, wobei die gesamte Körperoberfläche auf verdächtige Stellen untersucht wird. Der Arzt betrachtet alle Pigmentmale mit einer guten Lampe und bloßem Auge und kann hierbei verdächtige Male identifizieren, die dann mit dem Dermatoskop genauer beurteilt werden. Diese Untersuchung sieht für den Patienten nach einem Blick durch eine Lupe aus, erfordert jedoch große persönliche Erfahrung des Untersuchers. An bestimmten Strukturmerkmalen können helle und schwarze Hautkrebse und deren Vorstufen erkannt werden.

Bei der Video-Dermatoskopie werden bestimmte Pigmentmale in hoher Auflösung auf einem Bildschirm angezeigt. Auf diese Weise werden Details sichtbar, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Diese Untersuchung wird vor allem bei Pigmentmalen angeboten, deren Einordnung in der normalen Untersuchung unklar geblieben sind. Für die genauere Auswertung werden Methoden aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz verwendet. Zusätzlich werden auffällige Muttermale mikroskopisch aufgenommen und vermessen, um bei späteren Untersuchungen einen detailgenauen Vergleich der Pigmentmale zu ermöglichen.

Sollte bei diesen Untersuchungen ein verdächtiges Muttermal oder eine auffällige Hautstelle entdeckt werden, wird eine Biopsie durchgeführt. Das heißt es wird eine Hautprobe der verdächtigen Stelle entnommen, um sie genauer zu untersuchen. Alle weiteren Schritte werden im Gespräch zwischen Ärztin oder Arzt sowie Patientin oder Patient abgestimmt, um eine optimale Versorgung im Einzelfall zu gewährleisten.